Authentisches Material im Klassenzimmer. Spaß am Lernen, nicht mit unzeitgemäßen Materialien und simulierten Gesprächen, sondern Sprache so erleben, wie sie eben ist – unberechenbar, ungefiltert und wild, aber inspirierend.
Das ist eine Forderung, der gerecht zu werden nicht nur wir uns zum Ziel gesetzt haben, sondern auch eine, mit der man sich von allen Seiten konfrontiert sieht. Und was bedeutet das in der Praxis? Wie lassen sich Sprachunterricht und Materialien so gestalten, dass Vokabellernen mitreißend, Grammatik motivierend und freies Sprechen eine willkommene Herausforderung ist? Anders gesagt, was kann unser Projekt leisten, um die nächste Generation Sprachunterricht auf den Weg zu bringen?
Ende des Jahres konnten sich erste Ergebnisse unseres Projekts “Towards an authentic classroom” bereits sehen lassen.
Diese Fragen hat sich unser Projektteam natürlich auch gestellt und in einem Pilotprojekt erste Erfahrungen an der Barr Beacon School (Teil der Matrix Academy) in Walsall gesammelt. Mit einer ersten Folge eines eigens entworfenen GSCE Podcasts konnten wir an einer Schule im Großraum Birmingham testen, was Lernende wollen und brauchen. Das Feedback der rund 20 Schülerinnen und Schülern im Alter von 14-16 Jahren war Gold wert.
“Allein die Tatsache, bei so einem Projekt mitwirken zu können und in der eigenen Meinung und Lernerfahrung ernst genommen zu werden, motiviert die Lernenden ungemein”, so die allgemeine Stimmung. Es gehe schließlich nicht nur ums sture Pauken und Prüfungen bestehen, sondern vor allem darum, etwas bewirken zu können. Die Bereitschaft, am Projekt mitzuwirken, war groß und erste Rückmeldungen vor allem positiv.
Anfang Dezember war es dann soweit – das Skript zu einer Weihnachtsfolge des Podcasts “Let’s get authentic” war geschrieben, Materialien wurden didaktisch aufbereitet und ein Stundenentwurf wurde verfasst und vor der Klasse präsentiert.
Herausforderungen begegnen und meistern
Die erste Herausforderung zeigte sich aber vor allem in etwas ganz Banalem wie der Uhrzeit. Zur fünften Stunde gegen Jahresende waren die Bedingungen für Konzentration und Motivation nicht gerade ideal. Oder etwa doch?Gähnende, gedanklich bereits ins Wochenende abgedriftete Gesichter gehören eigentlich zu jeder Schule zum Alltag, authentischer könnte die Situation also gar nicht sein. Rückblickend war die Uhrzeit also ein sprichwörtlicher Segen, der uns direkt vor Augen führte, wie wichtig es ist, dass Sprachunterricht begeistern können muss – vor allem Freitagnachmittag.
Und allen Umständen zum Trotz wurde bereitwillig mitgearbeitet. Auch zeigte die Klassengemeinschaft ein reges Interesse am deutschen Weihnachtsfest, auch wenn sich innerhalb des Klassenverbundes nur eine Person als Christin bezeichnete. Daher waren vor allem die Weihnachtsvokabeln eine zunächst größere Hürde, welche durch wiederholtes Hören und Erklären jedoch abgebaut werden konnte, sodass letzten Endes das Interesse an anderen Traditionen im Vordergrund stand. In unserem Testlauf hat sich besonders schön verdeutlicht, dass Sprachenlernen nicht nur Wörter, sondern auch Traditionen und Kultur kennen heißt. Eine Lektion, die die Lernenden verinnerlichen konnten: Das Deutsche ist nicht nur lang, – wer hat keine Angst vorm Donaudampfschifffahrtskapitän und seiner Mütze und allen Gegenständen, die sich auf ihr befinden? – es ist auch wunderbar praktisch und Komposita sind cool, fanden die Lernenden.
Weihnachtslied, Weihnachtszeit, Weihnachtsbaum, Weihnachtsgeschenk …
Aber schnell wurde klar: Das können wir besser! Weniger Fachwortschatz, mehr Initiative und Aktivierung der Lernenden, mehr allgemeine Sprachverwendung. Wir nehmen uns das Feedback zu Herzen und lassen es direkt in unsere nächste Podcastfolge einfließen, wenn es zu Ostern wieder heißt “Let’s get authentic”.
We are back
Authentic material in the classroom. Enjoyable learning, not with outdated materials and simulated conversations, but experiencing language as it is – unpredictable, unfiltered and wild, but inspiring.
This is a requirement that we have not only set ourselves as a goal, but one that we are confronted with from all sides. And what does that mean in practice? How can language teaching and materials be designed in such a way that vocabulary learning is exciting, grammar is motivating and free speaking is a welcome challenge? In other words, what can our project do to get the next generation of language teaching off the ground?
At the end of the year, the first results of our project ‘Towards an authentic classroom’ were already impressive.
Our project team naturally asked itself these questions and gathered initial experience in a pilot project. With the first episode of a specially designed GSCE podcast, we were able to test what learners want and need at a school in the Birmingham area. Their feedback was invaluable. ‘Just being able to participate in a project like this and having their opinions and learning experiences taken seriously motivates learners immensely,’ was the general sentiment. After all, it’s not just about stubbornly cramming and passing exams, but above all about being able to make a difference.
There was a great deal of enthusiasm for participating in the project, and initial feedback was overwhelmingly positive.
By early December, the script for a Christmas episode of the podcast ‘Let’s get authentic’ had been written, teaching materials had been prepared, and a lesson plan had been drafted and presented to the class.
Facing and overcoming challenges
However, the first challenge was something as mundane as the time of day. At the end of the school year, during the fifth lesson, the conditions for concentration and motivation were not exactly ideal. Or were they? Yawning faces, already mentally drifting off into the weekend, are actually part of everyday life at every school, so the situation could not have been more authentic. In retrospect, the time of day was a blessing in disguise, showing us how important it is for language lessons to be inspiring – especially on Friday afternoons.
And despite the circumstances, everyone was willing to participate. The class also showed a keen interest in German Christmas celebrations, even though only one person in the class identified as Christian. Therefore, the Christmas vocabulary was initially a major hurdle, but this was overcome through repeated listening and explanation, so that in the end, interest in other traditions took centre stage.
Our test run clearly demonstrated that learning a language is not just about words, but also about traditions and culture. This was a lesson that the learners were able to internalise: German is not only long – who isn’t afraid of the Danube steamboat captain and his cap and all the objects on it? – it is also wonderfully practical, and compound words are cool, the learners found.
Christmas carols, Christmas season, Christmas tree, Christmas presents…
But it quickly became clear: we can do better! Less technical vocabulary, more initiative and activation of the learners, more general language use. We take the feedback to heart and will incorporate it directly into our next podcast episode when it’s time to say ‘Let’s get authentic’ again at Easter.